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Zwischen Mensch
und Landschaft
Im Rahmen des von der Sektion
Piz Terri des Schweizerischen
Alpen-Clubs veranstalteten
Kultursommers haben
über das Wochenende in Vrin
Kulturtage der besonderen Art
stattgefunden.
VON BRIGITTE SCHMID-GUGLER
Mit einem vielseitigen Programm
wollen die Veranstalter kulturell neue
Schwerpunkte setzen und Natur- und
Kunstliebhabern die Greina-Region
näher bringen. Bereits im Juni war auf
dem Muot la Greina und im Gebiet
Carpet la Greina die Ausstellung von
Künstlerinnen und Künstlern aus der
Schweiz und aus Deutschland eröffnet
worden. Aus ihrem jeweils individuellen
Blickwinkel treten ihre Werke in
Auseinandersetzung mit Landschaft
und Natur.
Als Höhepunkt des Kultursommers
wurden am Samstagabend in der Terrihütte
während eines festlichen Akts
mit Musik und der «Dramatischen Lesung
» von René Schnoz und Gian Rupf
die Preise für die ausgewählten Werke
verliehen. Schliesslich fanden gestern
während einer Wanderung quer durch
die Greina Begegnungen mit den
Kunstschaffenden und ihren Werken
statt.
Ein Klangarsenal
Am Freitagabend hatte die dreitägige
Veranstaltungsreihe in Vrin ihren
Anfang genommen. In der «Halla da
Vrin» fand ein Konzert mit dem aus
Basel stammenden weltbekannten
Perkussionisten Fritz Hauser statt.
Hauser machte in Graubünden immer
wieder von sich reden, so etwa mit seiner
Klanginstallation «Sounding Stones
» in der Therme Vals oder die am
gleichen Ort aufgeführten Performances
gemeinsam mit der Tänzerin und
Choreografin Anna Huber. Im Eintauchen
in die Stimmung des Abends –
aufreissende Regenwolken im Tanz
mit vorüberziehenden Nebelschwaden,
dazwischen gleissende Lichtfetzen,
das Abendgeläut der Kirche von
Vrin – nahm Hauser mit Schlagzeug
und Trommeln die Klänge des Tals
und seiner Berge mit seiner ästhetisch-
musikalischen Handschrift virtuos
auf.
Peripherie und Zentrum
In seinem Referat unter dem Titel
«Landschaft und Mensch» befasste
sich der einheimische Architekt und
Assistenzprofessor an der ETH, Gion
A. Caminada, mit den Fragen um die
Identität von peripheren Gebieten.
Die Grundlagen für ein Überleben in
Berggebieten seien nur gewährleistet,
wenn Eigenständigkeit und Autonomie
im Alltag lebbar würden, sagte
Caminada. Die «fassbare Schönheit»
dieser und anderer Bergtäler müsse
eingebunden sein in eine verträgliche
Regional- und Landschaftspolitik, mit
einem Neben- und Miteinander von
gemeinschaftsfördernder Planung.
Der periphere Bewohner drohe zum
Diener von urbanen Menschen zu
werden, wenn er trotz vorhandener
Ressourcen an den existenziellen
Rand gedrängt werde, erklärte Caminada
weiter. Wertschöpfung der Bauern,
ihrer Produkte sowie der Kulturlandschaft
als wichtigster Speicher
bildeten die Voraussetzungen für ein
menschenwürdiges Leben in Berggebieten
© Südostschweiz, Chur
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